Vielleicht kennst du das: Du bist erschöpft, obwohl dein Arbeitstag auf dem Papier nicht stressiger war als der deiner Kollegen. Du brauchst nach Meetings Stunden, um dich zu erholen. Abends bist du so überstimuliert, dass du nicht abschalten kannst. Und irgendwann fragt dich jemand: „Warum bist du eigentlich so empfindlich?“
Die Wahrheit ist: Du bist nicht zu sensibel. Du lebst nur einen Lebensstil, der nicht zu deiner hochsensiblen Persönlichkeit passt.
In diesem Artikel zeige ich dir, warum hochsensible Fach- und Führungskräfte besonders Burnout-gefährdet sind und welche konkreten Veränderungen dein Nervensystem wirklich braucht, damit du langfristig hochsensibel gesund zu bleibst.
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich in diesem Artikel überwiegend die maskuline Form. Selbstverständlich sind damit Menschen aller Geschlechter gleichermaßen angesprochen.
Die Kernantwort in Kürze: Du bist nicht zu sensibel: dein Lebensstil passt nicht zu dir
Hochsensible Menschen werden oft krank, weil sie einen Lebensstil führen, der nicht zu ihrem Nervensystem passt. Der Schlüssel liegt nicht darin, „härter“ zu werden, sondern dein Leben konsequent an deine Bedürfnisse anzupassen: durch feste Regenerationsrituale, bewusste Grenzsetzung und einen fundamentalen Lifestyle-Change, der Überstimulation verhindert. Nur so bleibst du als hochsensibler Mensch psychisch und körperlich gesund.
Warum hochsensible Fach- und Führungskräfte besonders gefährdet sind
In meinen Coachings sehe ich oft dasselbe Muster: Hochqualifizierte, erfolgreiche Menschen, die plötzlich nicht mehr können.
Sie arbeiten in reizüberfluteten Großraumbüros, haben keine Pausenrituale, essen schnell nebenbei am Schreibtisch und hetzen von Termin zu Termin. Abends sind sie so überstimuliert, dass sie nicht abschalten können. Nachts finden sie keinen Schlaf. Der Körper ist permanent im Stressmodus.
Was im hochsensiblen Nervensystem anders läuft
Das hochsensible Nervensystem verarbeitet Reize intensiver und detaillierter als das normalsensible. Während andere nach einem achtstündigen Arbeitstag noch Energie für soziale Events haben, ist das hochsensible System bereits an seiner Kapazitätsgrenze.
Die Reizfilter arbeiten weniger selektiv . Alles kommt ungefiltert an:
- Geräusche im Großraumbüro
- Gerüche in der Kantine
- Visuelle Eindrücke durch ständige Bewegung
- Die Stimmungen der Kollegen
- Die subtilen Spannungen im Raum
- Die unausgesprochenen Erwartungen der Führungskraft
Der Grund liegt in deiner Neurodivergenz: Ich bin selbst hochsensibel und vielbegabt. Mein Nervensystem ist wie ein Hochleistungsmotor – mein Dopaminspiegel ist immer am Anschlag hoch, Adrenalin und Cortisol mögen mich auch sehr gern. Mein System springt sehr schnell in den Alarmmodus, wenn die äußeren Reize zu viel werden.
Die typischen Warnsignale: Was auch meine hochsensiblen Kunden berichten
Ich habe in den letzten 12 Monaten fast 40 hochsensible Kunden, teilweise über viele Wochen bei ihrer beruflichen Neuorientierung beraten und gecoacht. Nicht alle meine Kunden waren lange krank geschrieben. Auch wenn sie aktuell ihren Job noch aktiv ausüben, klagen sie aber häufig über eine Vielzahl von Symptomen. Ich habe mal ein „Symptom-Ranking“ aufgeführt. Daran leiden meine hochsensiblen Kunden besonders häufig:
- Chronische Erschöpfung trotz ausreichend Schlaf
- Schlafstörungen und nächtliches Grübeln
- Psychosomatische Beschwerden (Magen, Kopf, Rücken, Extrasystolen)
- Erhöhte Reizbarkeit und emotionale Labilität
- Rückzug von sozialen Kontakten
Und irgendwann steht die Diagnose im Raum: Burnout, Erschöpfungsdepression, Angststörung. Viele ziehen aber beruflich vorher den Schlussstrich und lassen sich erstmal krank schreiben, was ich immer sehr unterstütze, um erstmal aus dem Hamsterrad rauszukommen.
Die Symptome sind dabei nicht das eigentliche Problem. Sie sind das Warnsignal. Sie zeigen dir, dass du nicht entsprechend deiner Bedürfnisse lebst. Sie sind deine Alarmglocke oder deine rote Ampel.
Der gefährliche Mythos: „Geh aus deiner Komfortzone!“
An dieser Stelle möchte ich mit einem weit verbreiteten Ratschlag aufräumen, der für hochsensible Menschen nicht nur unpassend, sondern geradezu schädlich ist:
„Geh mal aus deiner Komfortzone raus!“
Dieser Satz mag für normalsensible Menschen hilfreich sein. Für hochsensible Menschen bedeutet er jedoch häufig, über die eigenen Grenzen zu gehen mit allen körperlichen und psychischen Konsequenzen, die das mit sich bringt.
Ich persönlich kenne meine Komfortzone sehr sehr genau, verlasse sie aber nie, weil es mir dann nicht mehr gut geht. Außerdem würde dann mein Ampelsystem direkt auf orange oder sogar auf rot springen und ich bekomme quasi eine lieb gemeinte Quittung. Mein Kompromiss: ich nähere mich dem äußeren Rand der Komfortzone und das reicht mir privat und beruflich völlig aus. Ich grenze mich ab von den Menschen, die immer über den Rand hinausgehen und weiß, dass es sehr dumm ist, sich mit diesen Menschen zu vergleichen.
Warum dieser Ratschlag nicht passt
Hochsensible Menschen haben eine schmalere Komfortzone als andere. Das ist keine Schwäche, sondern eine neurologische Gegebenheit:
| Normalsensibles Nervensystem | Hochsensibles Nervensystem |
|---|---|
| Breitere Komfortzone | Schmalere Komfortzone |
| Langsamere Reizverarbeitung | Schnellere, tiefere Reizverarbeitung |
| Längere Belastbarkeit | Schnellere Überstimulation |
| Kürzere Regenerationszeit | Längere Regenerationszeit nötig |
Die richtige Strategie: Komfortzone erweitern, nicht verlassen
Die Kunst liegt nicht darin, die Komfortzone zu verlassen, sondern sie Schritt für Schritt zu erweitern mit Achtsamkeit und Respekt für die eigenen Grenzen.
Nicht durch Überforderung, sondern durch behutsames Training mit ausreichenden Regenerationsphasen.
Perfektionismus: Leidenschaft oder Angst?
In meinen Coachings begegne ich häufig hochsensiblen Fach- und Führungskräften, die auch perfektionistisch veranlagt sind. Ich selbst bin Perfektionistin.
Aber (und das ist der entscheidende Unterschied) : ich bin das sehr gern, solange die Basis meines Perfektionismus Leidenschaft ist und nicht Angst.
Die zwei Gesichter des Perfektionismus
Die Forschung unterscheidet zwischen funktionalem und dysfunktionalem Perfektionismus:
Funktionaler Perfektionismus (gesund):
- Getrieben von Freude an Exzellenz
- Wunsch nach persönlichem Erfolg
- Intrinsische Motivation
- Stolz auf gute Ergebnisse
- Fehler werden als Lernchance gesehen
Dysfunktionaler Perfektionismus (ungesund):
- Wurzelt in Angst vor Fehlern
- Angst vor Ablehnung und Kritik
- Zwang, perfekt wirken zu müssen
- Selbstzweifel trotz guter Leistung
- Fehler werden als persönliches Versagen erlebt
Der entscheidende Test
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den hohen Standards, sondern darin, wie du mit dem Scheitern umgehst.
Gesunder Perfektionismus klingt so:
„Das ist richtig gut geworden, da bin ich stolz drauf!“
Ungesunder Perfektionismus klingt so:
„Endlich geschafft, aber hätte ich nicht noch mehr machen können? Was werden die anderen denken?“
Für hochsensible Menschen ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Denn das feine Nervensystem nimmt jede Nuance von Kritik, jedes subtile Zeichen von Ablehnung intensiv wahr.
Frage dich also: Treibt mich die Leidenschaft für meine Arbeit? Oder die Angst, nicht gut genug zu sein?
Es braucht oft einen fundamentalen Lifestyle-Change
Die gute Nachricht: Du kannst lernen, mit deiner Hochsensibilität so umzugehen, dass sie dich nicht krank macht, sondern bereichert.
Die weniger gute Nachricht: Es reicht nicht, ein paar oberflächliche Änderungen vorzunehmen. Es braucht oft einen fundamentalen Lifestyle-Change.
Was das konkret bedeutet
Das bedeutet nicht, dass du dein ganzes Leben auf den Kopf stellen musst. Aber es bedeutet, ehrlich hinzuschauen:
- Welche Bereiche deines Lebens rauben dir Energie?
- Welche geben dir Energie?
In meinen Coachings sehe ich: Viele Kunden kommen nach einem Burnout zu mir. Sie wollen nicht zurück in ihren alten Job, aber sie wissen nicht, wohin.
Was sie oft nicht verstehen: Der Job ist nur ein Symptom. Das eigentliche Problem ist der gesamte Lebensstil, der nicht zu ihrer hochsensiblen Persönlichkeit passt.
Die entscheidenden Fragen für deinen Lifestyle-Check
Es geht um Fragen wie:
Tagesrhythmus:
- Wann stehe ich auf? Bin ich ein Morgenmensch oder eher abends aktiv?
- Habe ich Rituale, die mir Struktur geben?
Soziale Kontakte:
- Wie viele soziale Kontakte brauche ich und wie viele sind zu viel?
- Kann ich Nein sagen, wenn mir etwas zu viel wird?
Arbeitsumgebung:
- Welche Umgebung tut mir gut? Brauche ich Stille, Natur, Ordnung?
- Arbeite ich in Räumen, die meinem Nervensystem guttun?
Selbstfürsorge:
- Wie sieht meine Ernährung aus? Esse ich nebenbei oder bewusst?
- Habe ich echte Regenerationsphasen?
Ein Lifestyle-Change bedeutet, diese Fragen nicht nur zu beantworten, sondern die Antworten konsequent in deinen Alltag zu integrieren.
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Meine 8 Energie-Anker: So bleibe ich als hochsensibler Mensch stabil
Mit fast 48 Jahren weiß ich: Diese Energie ist Geschenk und Herausforderung zugleich. Sie gibt mir Fokus, Aufmerksamkeit und Antrieb. Aber nur, wenn ich aktiv gegensteuere.
Seit Jahren habe ich ein System entwickelt, das mich stabil hält. Ich nenne es meine Energie-Anker. Das sind keine Nice-to-have-Gewohnheiten, sondern absolute Notwendigkeiten für mein Nervensystem.
Übersicht: Meine 8 Energie-Anker
| Energie-Anker | Konkrete Umsetzung | Warum es funktioniert |
|---|---|---|
| 1. Bewegung als Ritual | 3x/Woche joggen + Hanteltraining | Beruhigt den Kopf, reguliert Stresshormone |
| 2. Stille am Mittag | 20 Min. Ohrstöpsel, Augen zu | Nervensystem kann sich regulieren |
| 3. Puffer im Kalender | Ruhige Nachmittage + 1 freier Tag/Woche | Verarbeiten, reflektieren, regenerieren |
| 4. Ausgewogene Ernährung | Vitaminreich, bio, mit Genuss | Körper bekommt, was er braucht |
| 5. Wellnesszeit | Alle paar Wochen Wellness-Therme | Akkus füllen ohne schlechtes Gewissen |
| 6. Nein sagen | Absagen bei unstimmigem Gefühl | Grenzen wahren, Überforderung vermeiden |
| 7. Die richtigen Menschen | Fokus auf energiegebende Kontakte | Schutz vor Energievampiren |
| 8. Erfüllende Hobbys | Sport, Reisen, Reiseblog | Freude, Sinn, Energie tanken |
Im Detail: Was hinter meinen Energie-Ankern steckt
1. Bewegung als Ritual
Dreimal wöchentlich joggen plus Hanteltraining. Bei Wind und Wetter. Ohne Verhandlung.
Bewegung ist für mich das Tool, um meinen Kopf zu beruhigen. Wenn mein Nervensystem überstimuliert ist, hilft mir keine Meditation und kein Atemtraining. Ich meditiere ehrlich gesagt nie. Ich gehe lieber raus an die Frische Luft, schaue mir die Natur an und jogge die Berge im bergischen Land hoch :-).
2. 20 Minuten Stille am Mittag
Ohrstöpsel rein, Augen zu, alle Reize aus. Meine Kinder kennen das seit Jahren. Sie ruhen sich dann auch aus. Danach sind wir alle fitter für die zweite Tageshälfte.
Diese Stille ist nicht verhandelbar. Kein Podcast, kein Musikhören, kein „nur kurz aufs Handy schauen“. Wirkliche Stille. Mein Nervensystem braucht diese Pause, um sich zu regulieren.
3. Puffer im Kalender
Nie zu viele Termine. Immer Raum für ruhige Nachmittage und mindestens ein entspannter Tag am Wochenende.
Früher habe ich meinen Kalender vollgepackt. Heute plane ich bewusst Leerräume ein. Diese Puffer sind keine verlorene Zeit, sondern Zeit, in der ich verarbeite, reflektiere und mich regeneriere.
4. Ausgewogene Ernährung
Vitaminreich, gern bio, mit kleinen Sünden, aber kein Alkohol (außer mal im Urlaub ein Glas Wein oder ein Glas Sekt an Silvester). Ich liebe ein gutes Bio-Steak und leckeren Käsekuchen mit Sahne.
Ernährung ist kein moralisches Thema für mich. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, meinem Körper zu geben, was er braucht. Und manchmal braucht er eben Genuss.
5. Wellnesszeit für mich allein
Alle paar Wochen Wellness-Therme. Akkus füllen. Ohne schlechtes Gewissen.
Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ich für andere da sein kann. Diese Zeit nehme ich mir, ohne mich zu rechtfertigen.
6. Nein sagen
Wenn sich Termine oder Treffen nicht stimmig anfühlen, sage ich ab.
Das war ein langer Lernprozess. Heute vertraue ich meinem Bauchgefühl. Wenn mein Körper signalisiert: „Das ist zu viel“, dann ist es zu viel. Punkt.
7. Die richtigen Menschen
Fokus auf Kontakte, die Energie geben statt nehmen.
Ich nehme die Stimmungen anderer intensiv wahr. Energievampire oder oberflächliche Kontakte können mich innerhalb kürzester Zeit erschöpfen. Deshalb ist es mir so wichtig, bewusst zu wählen, mit wem ich meine Zeit verbringe.
8. Hobbys, die erfüllen
Sport, Reisen und mein Reiseblog, der im ersten Quartal 2026 online geht.🙂 Ach ja: und im Sommer auf dem SUP die Natur genießen.
Diese Hobbys sind keine Ablenkung vom Leben. Sie sind das Leben. Sie geben mir Freude, Sinn und Energie zurück.
Disziplin als liebevolle Selbstführung
Das klingt vielleicht nach Disziplin. Ist es auch. Aber für mein Nervensystem ist es keine Option, sondern Notwendigkeit und gesundes Selbstmanagement.
Ich erlebe Disziplin nicht als Zwang, sondern als liebevolle Selbstführung.
Es ist nicht:
„Ich muss jetzt joggen gehen, obwohl ich keine Lust habe.“
Es ist:
„Ich gehe jetzt joggen, weil ich weiß, dass es mir danach besser geht.“
Fang heute an – mit einem einzigen Schritt
Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht alle acht Energie-Anker gleichzeitig etablieren. Du musst nicht von heute auf morgen dein ganzes Leben umkrempeln.
Aber du kannst heute anfangen, ehrlich hinzuschauen:
- Welche Bereiche deines Lebens passen nicht zu deiner hochsensiblen Persönlichkeit?
- Wo gehst du regelmäßig über deine Grenzen?
- Wo verleugnest du deine Bedürfnisse?
Beginne mit einem einzigen kleinen Schritt:
- Vielleicht sind es 5 Minuten Stille am Tag
- Vielleicht ist es, einmal Nein zu sagen, wenn dein Körper Nein sagt
- Vielleicht ist es, bewusst zu essen statt nebenbei
Jeder Schritt zählt. Jede Veränderung in Richtung eines Lebensstils, der zu dir passt, ist ein Schritt weg vom Burnout.
Als hochsensibler Mensch psychisch gesund zu bleiben ist kein Luxus. Es ist eine Notwendigkeit. Und es ist möglich.
Du darfst dir erlauben, anders zu sein. Du darfst dir erlauben, andere Bedürfnisse zu haben. Du darfst dir erlauben, dein Leben so zu gestalten, dass es zu dir passt und nicht zu den Erwartungen anderer.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Hochsensible Menschen werden häufiger krank, weil ihr Nervensystem Reize intensiver und ungefiltert verarbeitet. Während normalsensible Menschen nach einem 8-Stunden-Arbeitstag noch Energie haben, ist das hochsensible System bereits überstimuliert. Die ständige Reizüberflutung führt zu chronischem Stress, der sich in Burnout, Erschöpfungsdepression, Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden äußern kann. Die Krankheit ist dabei das Warnsignal: Der Lebensstil passt nicht zur hochsensiblen Persönlichkeit.
Nein, der Ratschlag „Geh aus deiner Komfortzone“ ist für hochsensible Menschen schädlich. Hochsensible haben eine neurologisch bedingt schmalere Komfortzone als andere. Wenn sie permanent darüber hinausgehen, landen sie nicht in der Wachstumszone, sondern direkt in der Panikzone. Die richtige Strategie: Die Komfortzone behutsam erweitern durch kleine Schritte mit ausreichenden Regenerationsphasen, nicht durch Überforderung.
Gesunder (funktionaler) Perfektionismus ist getrieben von Leidenschaft, Freude an Exzellenz und intrinsischer Motivation. Man ist stolz auf gute Ergebnisse und sieht Fehler als Lernchance. Ungesunder (dysfunktionaler) Perfektionismus wurzelt in Angst vor Fehlern, Ablehnung und dem Zwang, perfekt wirken zu müssen. Der entscheidende Unterschied: Beim gesunden Perfektionismus denkst du „Das ist gut geworden, ich bin stolz“, beim ungesunden „Hätte ich nicht mehr machen können? Was denken die anderen?“
Die wichtigsten Maßnahmen sind: 1) Regelmäßige Bewegung (3x pro Woche) zur Stressregulation, 2) Täglich 20 Minuten komplette Stille zur Nervensystem-Regeneration, 3) Puffer im Kalender für Verarbeitungszeit, 4) Ausgewogene Ernährung, 5) Regelmäßige Wellnesszeiten ohne schlechtes Gewissen, 6) Konsequentes Nein-Sagen bei Überforderung, 7) Bewusste Auswahl energiegebender Kontakte, 8) Erfüllende Hobbys. Diese Energie-Anker sind keine Option, sondern Notwendigkeit für das hochsensible Nervensystem.
Ja, oft ist ein fundamentaler Lifestyle-Change notwendig. Oberflächliche Änderungen reichen meist nicht aus. Es geht darum, den gesamten Lebensstil an die hochsensible Persönlichkeit anzupassen: Tagesrhythmus, Arbeitsumgebung, soziale Kontakte, Ernährung, Regenerationsrituale. Der Job ist dabei oft nur ein Symptom – das eigentliche Problem ist ein Lebensstil, der nicht zum hochsensiblen Nervensystem passt. Nach einem Burnout reicht es nicht, nur den Job zu wechseln.
Das hochsensible Nervensystem funktioniert wie ein Hochleistungsmotor mit weniger selektiven Reizfiltern. Dopamin, Adrenalin und Cortisol sind schneller am Anschlag. Das System springt sehr schnell in den Alarmmodus bei äußeren Reizen. Konkret bedeutet das: Alle Sinneseindrücke (Geräusche, Gerüche, visuelle Reize), Stimmungen anderer Menschen und subtile Spannungen werden intensiver und detaillierter verarbeitet. Die Reizverarbeitung ist tiefgründiger, dauert länger und benötigt mehr Regenerationszeit als bei normalsensiblen Menschen.
Welche Routinen helfen dir, bei dir zu bleiben? Was sind deine Energie-Anker? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen Schreib mir gern einen Kommentar!
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In diesem Gespräch: ✓ Analysieren wir deine aktuelle Situation
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Über die Autorin
Saskia Vocke ist Beraterin für Berufliche Neuorientierung und Bewerbungscoach mit Spezialisierung auf hochsensible, vielbegabte und neurodivergente Fach- und Führungskräfte.
Als selbst hochsensible und vielbegabte Person kennt sie die Herausforderungen ihrer Kunden aus eigener Erfahrung. Ihre Mission: Menschen dabei zu unterstützen, einen Lebensstil und eine berufliche Tätigkeit zu finden, die wirklich zu ihrer Persönlichkeit passen – besonders nach Burnout oder bei beruflicher Unzufriedenheit.
Kontakt:
Jobleben Consulting
www.jobleben-consulting.de
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Foto von Content Pixie auf Unsplash
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