„Ernährung und Stress: Zusammenhang, Tipps und gesunde Rezepte“. Experteninterview mit Ernährungsberaterin und Stressmanagement Coach Sina Schwenninger

Persönliches, Stressmanagement im Job

Bei meinen Kundinnen ist die Ernährung im stressigen Alltag immer wieder ein Thema. Daher freue ich mich umso mehr in meinem ersten Experteninterview Sina Schwenninger zu Gast zu haben. Sina ist Ernährungsberaterin, Stressmanagement Coach und weiß Dank ihrer langjährigen Berufserfahrung den Zusammenhang zwischen Ernährung und Stress auf den Punkt zu bringen.

Nicht jedem Menschen ist plausibel, wie wichtig die Ernährung ist, um auch psychisch und physisch gesund zu bleiben. Kannst du uns den Zusammenhang zwischen Ernährung und Stress verdeutlichen?

Sina Schwenninger:

Um den Zusammenhang zwischen Stress und Ernährung zu erklären, geht es um die Beantwortung von zwei Fragen: „Was essen wir?“ und „Wie essen wir?“ Starten wir mit der ersten Frage: „Was essen wir?“

Wenn du Stress hast, braucht dein Körper Energie, damit er leistungsfähig ist. Dies heißt im Umkehrschluss: wie leistungsfähig du bist, hängt davon ab, wie gut du dich ernährst. Wenn der Körper Energie produziert, entstehen freie Radikale. Wenn zu viele freie Radikale durch Stoffwechselvorgänge in unserem Körper kursieren, sprechen wir von „oxidativem Stress“. Diese freien Radikale begünstigen viele Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs, Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen. Wenn du sich gesund ernährst durch den Verzehr von Gemüse, Salat und guten Ölen werden die freien Radikale neutralisiert. Viele Menschen sind aber sogenannte „Stress-Esser“. Sie neigen dazu, bei Stress besonders ungesund zu essen und wählen Lebensmittel mit viel Zucker, der dann gegen den Stress „hilft“. Das Gegenteil ist aber leider der Fall. Süßigkeiten und ungesunde Fette verhindern, dass freie Radikale neutralisiert werden und erhöhen den oxidativen Stress in unserem Körper. Wird der ungesunde Ernährungsstil aufrechterhalten, entstehen bald zwar wenige freie Radikale. Es wird aber auch keine Energie mehr gebildet und wir fühlen uns erschöpft.

Stress entsteht auch durch die Art und Weise, wie wir essen. Bei vielen Menschen ist Essen pure Nahrungsaufnahme. Das Gefühl, ein Essen in Ruhe zu genießen, ist gänzlich abhanden gekommen. Das Mittagessen wird auf die Schnelle reingeschaufelt ohne eine ruhige Pause einzulegen. Zwischendurch isst man noch hier und da etwas, was gerade im Schrank liegt. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel kontinuierlich in die Höhe getrieben und auch Übergewicht kann die Folge sein. Außerdem wird das Essen viel zu schnell runtergeschluckt. In der Ruhe liegt die Kraft: dieser Satz trifft definitiv auch auf unsere täglichen Mahlzeiten zu, die wir achtsam genießen sollten.

„Im Grunde ist es wie bei einem Auto. Wenn du einen Diesel mit Benzin tankst, dann kommst du nicht weit. Nur der richtige Treibstoff führt zu maximaler Leistung.“

Sina Schwenninger (Ernährungsberaterin und stressmanagement coach)

Welche Konsequenzen hat eine falsche oder ungesunde und einseitige Ernährungsweise auf das Stressempfinden?

Sina Schwenninger:

Wie bereits angedeutet ist der Körper nicht gut versorgt, wenn man die falschen Nahrungsmittel zu sich nimmt und dann auch noch gehetzt und gestresst isst. Es können dann Leistungseinbußen von 20 Prozent und mehr nachgewiesen werden. Einige meiner Klienten entwickeln neben dem Übergewicht auch eine Insulinresistenz. Das andere Extrem bilden die „Stresshungerer“, die bei Stress kaum essen und dadurch mangelversorgt sind.

Was macht eine gesunde und ausgewogene Ernährung heutzutage aus deiner Sicht aus?

Sina Schwenninger:

Mir ist ganz wichtig, dass das Essen abwechslungsreich (auch durch saisonale Variationen) ist und regional bezogen wird. Wir sollten zudem deutlich mehr Gemüse und Salat essen. Dazu sind gesunde Öle wie Olivenöl und Rapsöl wichtig. Bei Stress ist außerdem eine hohe Eiweißzufuhr unerlässlich, da Eiweiß lange sättigt und die Muskulatur stärkt. Denn bei dauerhaftem Stress und kontinuierlicher Anspannung wird die Muskulatur abgebaut und zusätzlich das Immunsystem geschwächt, da Proteine in den Muskeln zu Glucose umgebaut werden, um möglichst schnell Energie liefern zu können. Dabei sollte aber möglichst wenig auf tierisches Eiweiß zurückgegriffen werden, da dies wiederum Stress erhöht, sondern pflanzlichen Eiweißquellen der Vorzug gegeben werden. Sehr gute pflanzliche Eiweißlieferanten sind Hülsenfrüchte. Soja-Erzeugnisse (Miso oder Tofu), Bohnen, Linsen, oder Erbsen. Ebenso Nüsse und Samen (Walnüsse, Cashews, Haselnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Hanf- und Chiasmen) und Getreide, insbesondere Quinoa aber auch Reis, Buchweizen, Mais, Hafer, Hirse, Roggen und Dinkel sowie Sprossen.

Wichtig ist auch, dass die Nahrungsmittel nicht verarbeitet sind. Also am besten meiden wir Fertigprodukte, da diese auch zu viel Zucker enthalten.

Trotz der Empfehlungen für die Zubereitung von gesunden Produkten ist es auch wichtig, dass wir uns nicht mit Verboten „bestrafen“, sondern lieber in gesundem Maße ein Glas Wein am Wochenende oder ein Eis auf der Terrasse genießen. Viel wichtiger ist, dass wir den Augenmerk darauf legen, dass sonst gut und gesund gegessen wird.

In den Supermarktregalen wimmelt es von Fleischersatz-Produkten a la Veggie-Hack und Soja-Chicken? Wie beurteilst du als Ernährungsexpertin diesen Trend?

Sina Schwenninger:

Ich sehe die Entwicklung hin Richtung Veggie-Hack und Soja-Chicken eher kritisch. Wenn ich vegetarische Burger mache, dann lieber mit Kidneybohnen/Haferflocken Pattys und reinen Produkten als mit Pflanzenproteinen und Zusatzstoffen bei fertigen Veggie-Produkten aus dem Supermarkt.

Ich habe auf meiner Internetseite eine Rezeptsammlung, die auch tolle vegetarische Gerichte mit natürlichen Produkten enthält und eine Fleischmahlzeit auf gesunde Weise ersetzen wie zum Beispiel eine vegetarische Bolognese mit Linsen und Karotten oder ein vegetarisches Chili mit Kidneybohnen.

Auf dieser Seite könnt ihr auch kostenfrei ein kleines Rezeptbuch von mir downloaden.

Meine Kundinnen haben wenig Zeit, gerade wenn sie sich neben dem Job noch um die Kinder kümmern. Was empfiehlst du diesen Frauen? Wie bekommen sie eine gesunde und ausgewogene Ernährung hin bei gleichzeitig wenig Zeit?

Sina Schwenninger:

Falls du wenig Zeit im Alltag hast, empfehle ich am Wochenende einen Kochplan zu machen und genau zu überlegen, was in den nächsten Tagen zubereitet werden soll. Um sich den Alltag zu vereinfachen, bietet es sich an vorzukochen und einzufrieren. Falls die Kinder alt genug sind, ist es immer hilfreich sie in den Kochalltag einzubeziehen, damit sie auch in der Küche unterstützend tätig sein können. Den meisten Kindern macht das großen Spaß und sie entwickeln einen positiven Bezug zum Thema Ernährung und Lebensmittel.

Du bist nicht nur erfolgreich als Ernährungsberaterin und Stressmanagement Coach, sondern auch Buchautorin. Erzähl doch mal von deinen Workshops und natürlich von deinem Buchprojekt!

Sina Schwenninger:

Im Januar erscheint mein erstes Buch: „Weg mit dem Stressbauch – warum Stress dick macht und was wir dagegen tun können.“ Der Leser erhält Erklärungen, Tipps und Empfehlungen, wie er trotz Stress abnehmen kann. Das Buch habe ich zusammen mit einer Ärztin geschrieben und enthält auch noch 30 Rezepte, die das Abnehmen trotz Stress erleichtern.

Außerdem biete ich regelmäßig für Unternehmen und Schulen Workshops zum Thema „Anti-Stress-Food“ an. In drei Stunden erfährt der Teilnehmer alles, was für eine gute und stressreduzierende Ernährung wichtig ist.

Sina, ich bedanke mich ganz herzlich bei Dir für deine Zeit und den wertvollen Input zu den Themen Stress und Ernährung!

Bei Interesse und weiteren Fragen freut sich Sina Schwenninger über Ihre Anfrage: unter 01522- 9861107
Oder schreiben Sie Sina Schwenniger an: sina.schwenninger@gmx.de
oder besuchen Sie ihre Webseite .

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Quellenangaben:

Vorschaubild : Bild von Sina Schwenninger privat

Kurze Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Buch für Bezeichnungen, die sich auf alle Geschlechter beziehen, nur die männliche Form verwendet. Gemeint sind selbstverständlich alle Menschen und niemand soll dadurch diskriminiert werden.

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